Seitdem Japan von den schrecklichsten Naturkatastrophen seiner Geschichte heimgesucht wurde, sind knapp drei Wochen vergangen. Ein gnadenlos zerstörerisches Duo verwüstete die nördliche Ostküste der Honshū, der größten unter den vier Hauptinseln Japans. Erst bebte die Erde so lang und so heftig wie nie zuvor. Als ob das Beben nicht genug niederreißen konnte, folgte ihm der monströseste Tsunami, den Japan je erlebt hatte. Die schlimmsten Folgen des Naturdesasters sind die schweren Schäden der Kernkraftwerke in Fukushima und die drohende Kernschmelze. Dem Katastrophen-Trio (Erdbeben, Tsunami, Reaktorzwischenfällen) folgte weltweites Beben der Finanzmärkte, Aktienkurse rauschten in die Tiefe. Nicht nur Japans wichtigsten Aktienindizes (Nikkei und Topix) brachen ein.
Doch mittlerweile haben sich die Märkte (außer in Japan) beruhigt. Europas wichtigsten Aktienindizes (EuroStoxx, DAX) haben die Verluste noch nicht ganz wettgemacht, haben sich aber stabilisiert. Obwohl sich die Lage in Japan noch nicht normalisiert hat, scheinen die Marktteilnehmer gelassen zu sein.
Die Rätsels Lösung ist psychologischer Natur. Bekanntlich wird die Börse von Menschenstimmungen beeinflusst. Hier gilt „der Ton macht die Musik“. Nach den ursprünglich rein katastrophalen Meldungen und Bildern sind mittlerweile anders klingende Botschaften aus Japan zu vernehmen: Nicht viele, doch aufbauende Mitteilungen über erzielte Fortschritte und Besserungen, über Zukunfts- und Aufbaupläne, über Perspektiven und Hoffnungen. Und noch etwas spielt eine wichtige Rolle für die zu leicht in Panik zu bringenden Europäer: Die sprichwörtlich typischen japanischen Verhaltensweisen: Disziplin und Zurückhaltung.
Weder Katastrophenbilder aus Japan noch Kriegsbilder aus Libyen versetzen die Anleger in Panik. Das Phänomen heißt Gewöhnungseffekt. Fachlich wird von Behavioral Finance (Verhaltensökonomik) gesprochen. Gemeint sind Erinnerungen an ähnlichen Situationen aus der Vergangenheit. So erinnert der Fall Japan 2011 die Anleger an den Fall Japan 1995 (Kobe). Der Naturkatastrophe folgten damals Aufbau und Wirtschaftsaufschwung, was die Anleger auch heute erwarten. Darauf basieren ihre Gelassenheit und die Erholung der Märkte. Allerdings: Wenn sie die neuen Ansichten der aktuellen Katastrophenlage wahrnehmen, kann eine neue Welle der Angst die Märkte erneut unter Druck setzen.
Diese Gelassenheit belegt der als Marktradar dienende Sentix (Sentiment-Index) der die (Anfang 2001 nach Vorbildern aus angelsächsischen Ländern gestartete) Stimmungserhebung vornimmt. Gesammelt und bewertet werden die Stimmungen der Marktteilnehmer, um Messzahlen für Investmentprofis und Analysten zu liefern.

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
Der technischen Analyse (Chartanalyse) im Devisenhandel stehen zahlreiche leistungsstarke Instrument...