Der gestrige Handelstag endete mit massiven Verlusten für EUR/USD. Das Währungspaar fiel ohne nennenswerte Gegenbewegung bis 1,2675 im Tief. Der Markt wird auch weiterhin von Unsicherheit regiert, so führten gestern vor allem Presseberichte über nicht vorschriftsmäßige Bilanzierung von europäischen Schuldtiteln bei Banken und die Einführung der Basel III Richtlinien zu Verlusten. In der Folge erhöhten sich die Risikoaufschläge für Staatsanleihen europäischer Problemländer, was die Schuldenkrise in Europa wieder ins Rampenlicht rückte.
"Der Eurokurs und die Risikotoleranz an den Märkten sind zur Zeit sehr stark korelliert", meint ein Händler. Insofern sei der Euro anfällig für schlechte Nachrichten von Konjunkturseite. Am Mittwoch stehen unter anderem BIP-Revisionen aus Europa auf der Agenda. Vor allem die Daten der Problemkandidaten Griechenland, Portugal und Ungarn stehen im Fokus der Marktteilnehmer. Passend dazu meldete Deutschland, das für die konjunkturelle Entwicklung als europäisches Musterland gilt, einen Rückgang bei den Auftragseingängen in der Industrie um 2,2%, was die Stimmung und damit den Kurs, in einem von Psychologie getriebenen Markt, weiter drückte.
Obwohl die gestern aufgekommenen Fakten wie die europäische Schuldenkrise und die Einführung der Basel III-Richtlinien für Banken schon lange bekannt waren, sorgten sie erneut für eine schlechte Stimmung. Diese Umstände verstärken den Verdacht, dass sich die Märkte von einigen zuletzt gut ausgefallenen Konjunkturdaten haben blenden lassen. Aktuell ruft man sich wieder ins Gedächtnis, dass die Probleme der europäischen Schuldenländer noch nicht gelöst sind und auch die US-Konjunktur als Motor der Weltwirtschaft weiter am Stock geht. Parallel dazu läuft das Gold, das als der sichere Hafen schlechthin gilt, auf neue Rekordstände zu. Die Fed dürfte in ihrem Konjunktur-Bericht heute erneut ein düsteres Bild zeichnen, was die Verunsicherung weiter hoch bleiben lassen sollte.
Tagesausblick EUR/USD: Der tiefe Rückfall hat das bullische Szenario zunächst hinfällig gemacht, kurzfristig muss eine Richtungsentscheidung abgewartet werden. Die aktuelle Erholung sollte sich noch bis 1,2738 und idealerweise 1,2763 - 1,2776 USD hinziehen. Prallt EUR/USD dort wieder nach unten hin ab und rutscht unter 1,2675 USD zurück, wird ein Verkaufsignal mit Ziel am Tief bei 1,2585 USD aktiv. Geht es schließlich auch per Stunden- und Tagesschluss unter das Augusttief bei 1,2585 USD, droht EUR/USD weiter bis zum nächsten Unterstützungsbereich bei 1,2429 - 1,2483 USD abzurutschen. Die Bullen sind aber noch nicht ganz abzuschreiben, es könnte sein das der gestrige Rutsch eine Bärenfalle darstellt. Kann der Euro sich wieder oberhalb von 1,2792 USD etablieren, könnte wieder die Fahrt gen Norden aufgenommen werden.
Termine:
10:30 GBP - GB: Industrieproduktion Juli
12:00 EUR - DE: Industrieproduktion Juli
13:00 USD - US: MBA Hypothekenanträge (Vorwoche)
14:30 CAD - CA: Baugenehmigungen Juli
15:00 CAD - CA: BoC-Zinsentscheid
16:00 CAD - CA: Ivey Einkaufsmanagerindex August
16:35 USD - US Öllagerbestände API und EIA
20:00 USD - US: Beige Book
21:00 USD - US: Verbraucherkredite Juli

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
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