Etwas schwächer zum Dollar zeigt sich der Euro am Donnerstag zu Beginn des europäisch geprägten Devisenhandel mit Ständen um die Marke von 1,27 USD. Händler verweisen auf wieder gestiegene Risikoaversion vor den Anleiheauktionen in Irland und Ungarn am Vormittag. Gestern konnte EUR/USD sich nach den Verlusten der letzten Tage wieder stabilisieren und erreichte ein Tageshoch bei 1,2764, bevor er dann erneut leicht unter Druck kam. Die deutsche Industrieproduktion war am Mittag mit 0,1% und damit unter den Erwartungen von 1,0% gemeldet worden, doch Händler rechneten nach den Hiobsbotschaften der letzten Tage mit einem noch schwächeren Ergebnis.
Die Sorge um die europäischen Peripheriestaaten schwächte sich etwas ab, als bekannt wurde, dass es Portugal gelungen ist, eine Anleihe erfolgreich zu platzieren. Dennoch sei die neu entflammte Sorge um die Staatsfinanzen in Europa nicht ausgestanden, meint ein Händler. "Dies ist eines der großen Themen, auf die der Markt derzeit schaut". Irland will Schuldtitel im Wert von 400 Mio bis 600 Mio EUR unter die Anleger bringen und Ungarn Schuldtitel im Volumen von 50 Mrd HUF verauktionieren. Das von der Fed veröffentlichte Beige Book präsentierte sich am Abend wie erwartet leicht pessimistisch. Es wurde festgestellt, dass die wirtschaftliche Erholung ins Stocken geraten ist. Große Sorgen bereiten den US-Notenbankern der Immobilienmarkt, während man die jüngsten Konsum-Daten etwas positiver einschätzt.
Wie erwartet zeichnet die Fed ein pessimistisches Bild der US-Konjunktur. Den Markt scheinen auch die angekündigten Konjunkturpakete von US-Präsident Obama nicht beruhigen zu können, es wird immer wieder auf die anhaltende und hartnäckige hohe Arbeitslosigkeit in den USA verwiesen. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass der wirtschaftliche Aufschwung nur gelingt, wenn das Problem Arbeitslosigkeit ausgeräumt werden kann. Die in Europa neu aufgekommenen Ängste bezüglich der Verschuldung der EU-Mitgliedsstaaten konnte gestern nach der erfolgreichen Anleihenemission Portugals zwar etwas gebremst werden, doch schnell war die Freude verflogen, machte man sich doch bewusst, dass dadurch nicht die ursprünglichen Probleme gelöst worden sind.
Tagesausblick EUR/USD: Beim Euro bleibt das kurzfristige Chartbild zunächst kritisch zu werten. Der bärische Rückfall unter 1,2763 - 1,2776 USD wurde mit dem Rücklauf gestern bestätigt, jetzt versuchen die Bären eine Fortsetzung der kurzfristigen Abwärtsbewegung. Ein Ausbruch aus der gestrigen Handelsspanne dürfte neue Impulse bringen. Rutscht EUR/USD per Stunden- und Tagesschluss unter 1,2660 USD zurück, wird ein Verkaufsignal mit Ziel am Tief bei 1,2585 USD aktiv. Geht es schließlich auch per Stunden- und Tagesschluss unter das Augusttief bei 1,2585 USD, droht EUR/USD weiter bis zum nächsten Unterstützungsbereich bei 1,2429 - 1,2483 USD abzurutschen.
Termine:
13:00 GBP - GB: BoE-Zinsentscheid
14:30 USD - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 CAD - CA: Hauspreisindex Juli
14:30 CAD - CA: Handelsbilanz Juli
14:30 USD - US: Handelsbilanz Juli
14:30 CAD - CA: Baubeginne August
16:35 USD - EIA Erdgasbericht
17:00 USD - US Wöchentliche Ankündigung 3- und 6-monatiger Bills
22:30 USD - US Wochenausweis Geldmenge

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
Der technischen Analyse (Chartanalyse) im Devisenhandel stehen zahlreiche leistungsstarke Instrument...