Der Kurs des Euro ist am Dienstag im frühen Devisenhandel weiter gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2870 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7768 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,2845 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,2801 US-Dollar festgesetzt. Da keine nennenswerten Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden nutzten die Anleger die anhaltende gute Stimmung und erhöhten ihre Risikoneigung. Als Grund wurde besonders die Einigung über die Eigenkapitalvorschriften für Banken, Basel III genannt. Für die Erhöhung des Eigenkapitals wurden den Banken und damit auch den angeschlagenen Kreditinstituten aus dem südeuropäischen Raum, ausreichend Zeit gelassen. Die Sorgen um eine Kreditklemme oder eine erneute Schieflage rückten so weiter in die Ferne.
Nach den Euro-Kursgewinnen der vergangenen Tage dürften vor allem die am Nachmittag anstehenden US-Einzelhandelsumsätze im Fokus der Märkte stehen, sagten Händler. Diese könnten auch Hinweise auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank geben. Die Devisenexperten der Commerzbank gehen jedoch zunächst davon aus, dass der Dollar weiter angeschlagen bleibt.
Heute stehen eine ganze Reihe von Datenveröffentlichungen auf dem Plan, so dass mit erhöhter Volatilität zu rechnen ist. Den Anfang machen um 09:00 UTC die Zahlen zur ZEW-Konjunkturerwartung für September. Der Konsens geht von 10,0 Punkten nach 14,0 Punkten im August aus. Zeitgleich werden die Daten zur europäischen Industrieproduktion gemeldet, die mit einem leichten Anstieg auf 0,2% erwartet werden. Ab 12:30 UTC übernehmen dann die USA die Veröffentlichungen mit den Einzelhandelsumsätzen für August. Nachdem im Juli 0,4% gemeldet wurden, geht man heute von einem leichten Rückgang auf 0,3% aus. Den Abschluss bilden um 14:00 UTC die Lagerbestände für Juli, die laut Konsensschätzung auf 0,5% nach zuletzt 0,3% angestiegen sein sollten.
Der aktuelle, stimmungsbasierte Aufschwung von EUR/USD steht auf sehr dünnen Beinen und die letzten Wochen haben gezeigt, wie schnell die Stimmung durch eine neue Hiobsbotschaft kippen kann. Fakt ist zwar, dass die Trendfolgeindikatoren jetzt in Richtung Kaufen zeigen, doch gibt es auch einige Mahner, die den aktuellen Höhenflug für überbewertet halten.
Tagesausblick EUR/USD: Die Kursmuster der vergangenen Wochen zeigen zwar eine träge Seitwärtsbewegung, doch sollte diese eine Stabilisierung als Ende des Rücksetzers vom Augusthoch darstellen. Kann EUR/USD per Stunden- und Tagesschluss über 1,2920 USD ansteigen, wird ein Kaufsignal aktiv und steigende Kurse bis 1,2966, 1,3028 und 1,3114 USD möglich. Kippt das Währungspaar jetzt signifikant unter 1,2830 USD zurück, wären kurzfristige Rücksetzer an das Ausbruchslevel bei 1,2770 - 1,2785 USD problemlos möglich.
Termine:
11:00 EUR - DE: ZEW Konjunkturerwartung September
11:00 EUR - EWU: Arbeitskostenindex 2. Quartal
11:00 EUR - EWU: ZEW Konjunkturerwartung September
11:00 EUR - EWU: Industrieproduktion Juli
11:15 EUR - Zuteilung des Hauptrefinanzierungsgeschäfts der EZB
13:45 USD - US: ICSC-UBS Index
14:30 CAD - CA: Industrieauslastung 2. Quartal
14:30 CAD - CA: Neuwagenverkäufe Juli
14:30 CAD - CA: Arbeitsproduktivität 2. Quartal
14:30 USD - US: Einzelhandelsumsatz August
14:30 CAD - CA: Arbeitskosten 2. Quartal
14:55 USD - US: Redbook
15:00 EUR - Wochenausweis der Fremdwährungsreserven durch die EZB
16:00 USD - US: Lagerbestände Juli
19:00 USD - US: Auktion vierwöchiger Bills
23:00 USD - US: ABC Verbrauchervertrauen

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
Der technischen Analyse (Chartanalyse) im Devisenhandel stehen zahlreiche leistungsstarke Instrument...