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Wie die Krisen den Euro stärker machten

Die Währung der Euro-Zone, der Euro, ist zehn Jahre alt geworden. Er feiert seinen ersten runden Geburtstag. Es ist also Zeit, eine feierliche Rede zu halten, zugleich aber auch einen Rückblick zu wagen, die Entwicklung des Euros Revue passieren zu lassen und eine ehrliche Bilanz zu ziehen. Denn die Euro-Gründungsväter wollten durch seine Einführung ihre Visionen für die schönere Zukunft Europas verwirklichen: Vor allem die Arbeits-, die Sozial- sowie die Wirtschaftspolitik der Euro-Zone zu stärken. Währungsexperten zufolge wird der Euro inzwischen von den weltweiten Finanzmärkten hoch geschätzt. Geschmolzen ist auch die Skepsis gegen die beharrlichen Mühen Europas Regierungen, den Euro stabil zu halten und die Euro-Zone wirtschaftlich zu festigen. Nun wissen die Finanzwelt und alle Marktteilnehmer: Europas Politiker werden die Euro-Währungsunion nicht aufgeben.

 

Bewährt hat sich die junge Gemeinschaftswährung in zweierlei Hinsicht: Mittlerweile hat sich der Euro zur weltweit zweitwichtigsten Reservewährung entwickelt. Zudem hat er - anderen wichtigen Währungen gegenüber - eine sehr niedrige Inflationsrate, wodurch er Europas Binnenmarkt stärkt und ihn zugleich vor Währungsturbulenzen schützt.

Allerdings war die Euro-Währungsunion nicht vom Anfang an vollkommen. Ihre Geburtsfehler haben die Finanzkrise und die Schuldenkrise auf schmerzhafter Weise sehr deutlich gemacht. Denn sie haben schonungslos die folgenschweren Fehler der Gründer sowie die entscheidenden Schwächen der Währungsunion ans Tageslicht gebracht.

Aus den Krisen - vor allem aber aus ihren offen gelegten Fehlern - haben Europas Politiker sehr viel gelernt. Sie haben energisch gehandelt, entsprechende Konsequenzen gezogen sowie neue Regeln für die Zukunft der Euro-Zone geschaffen: Und zwar sowohl für eventuelle zukünftige Krisenfälle als auch zur Krisenprävention.

Zur Bewältigung von Krisen der Euro-Zone dient derzeit die 2010 ins Leben gerufene „Europäische Fazilität für Finanzstabilität, EFSF“ (als vorläufiger Euro-Rettungsschirm bezeichnet), die 2013 ausläuft und vom Gemeinschaftsinstrument „European Financial Stability Mechanism, EFSM“ (als dauerhafter Euro-Rettungsschirm bezeichnet) abgelöst wird.

Zur Krisenprävention sorgen seit Januar 2011 das neue „Europäische Systemrisikorat, ESRB“, dessen Rolle die Überwachung der Stabilität des gesamten Euro-Finanzsystems ist, sowie drei neue europäische Agenturen zur Bewertung von Europas Wertpapiere, Banken und Versicherungen.

Das 2011 gestartete neue „Europäische Semester“ leitet die neue Ära der Euro-Zone ein, bei der Haushalts- und Wirtschaftspolitik der Euro-Staaten auf EU-Ebene gesteuert werden.

 

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