Seit Monaten steht Chinas Geldpolitik immer wieder und immer lauter in der Kritik der westlichen Industrieländer. Und zwar, weil Chinas Zentralbank People's Bank of China den Kurs des Yuan streng reguliert, ihn künstlich auf sehr tiefem Niveau hält, womit es sich am Weltmarkt enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Rest der Welt verschafft. Das Ergebnis ist, dass Chinas Exportwirtschaft boomt, während zugleich die Exporte von anderen Industrieländern - vor allem von den USA - stagnieren. Die Finanzwelt sprach von einem Währungsstreit, der drohte, zum Währungskrieg zu werden. Die Aufwertungen des Yuan, die China doch vornahm, wurden von den Weltmarktteilnehmern begrüßt.
Nun hat China für eine neue und überaus willkommene Überraschung gesorgt. Am vergangenen Mittwoch kündigte es - der Regulierungsbehörde für Devisengeschäfte zufolge - an, den Devisenhandel mit dem Yuan zu liberalisieren. Womit es endlich dem langen Drängen der Industrieländer, den Kurs des Yuan zu flexibilisieren und die Wechselkurse stärker vom Markt regeln zu lassen, nachgab. Es ist zwar ein erster und noch sehr vorsichtiger Schritt, dennoch wird dieser von den Weltmarktteilnehmern wieder mal hoffnungsvoll begrüßt.
Und so sieht dieser revolutionäre Schritt aus: China lässt Optionsgeschäfte mit dem Yuan nun auch außerhalb Hongkongs zu. Allerdings hat China diese Entscheidung mit zwei Bedingungen - zwei nachvollziehbare Regelungen, durch die China seine Währung vor folgenschweren Kursausschlägen schützen will - verbunden:
• Erstens dürfen nur institutionelle Marktteilnehmer (Banken, Firmen) Optionsgeschäfte eingehen und zwar nur zur Absicherung gegen Währungsschwankungen. Dadurch hat China Spekulationsgeschäften mit dem Yuan einen Riegel vorgeschoben.
• Zweitens dürfen nur Calls gehandelt werden, Puts hat China dagegen untersagt, um zu unterbinden, dass auf fallenden Yuan Kursen spekuliert werden kann. Dadurch hat China auch spekulativen Leerverkäufen einen Riegel vorgeschoben.
Der weltweite Devisenmarkt begrüßt Chinas Schritt und hofft, dass mit der weiteren Entwicklung in Richtung flexiblere Bewertung des Yuan zu rechnen ist. Experten zufolge wird es nicht mehr lange dauern, bis der Yuan Kurs von der strikten Festlegung „entlassen“ wird, um sich allein dem Markt orientieren zu können.
Dass China diesen Schritt wenige Tage vor dem G20-Treffen angekündigt hat, wird als ein positives Signal bewertet. Der Währungskrieg wird wohl beendet werden, bevor er richtig begonnen hat.

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
Der technischen Analyse (Chartanalyse) im Devisenhandel stehen zahlreiche leistungsstarke Instrument...