Am vergangenen Wochenende schaute die Welt gespannt nach Paris. Wo Frankreich - das nun den G20-Vorsitz innehat - die Finanzminister und die Notenbankchefs der 20 reichsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel eingeladen hatte. Im Fokus der Gespräche standen die globalen Ungleichgewichte zwischen den Wirtschaftsmächten, die die jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise noch verstärkt hatten. Hauptthema der Teilnehmer war, in Zukunft die Ungleichgewichte strikter zu beobachten, um nach Wegen zu suchen, sie abzubauen. Abgestimmt haben sie dafür sichere Kriterien zum Messen und Bewerten der Ungleichgewichte. Als Erfolg des G20-Gipfels nennen die Finanzminister, China ins Boot geholt zu haben. Deutschlands Finanzminister Schäubles positives Fazit ist: Er habe seine Kriterien für das weltweite Stabilitätspakt erfolgreich unterbringen können.
Auch das Thema Inflation wurde beim G20-Treffen in Paris erneut diskutiert, zumal steigende Preise die Märkte beunruhigen und die Verbraucher ängstigen. Bundesbank-Präsident Axel Weber zufolge ist die Gefahr einer weiter steigenden Inflation noch nicht gebannt und die Preisstabilität ebenso lange nicht in Sicht: Weder in der Eurozone noch in Deutschland. Im Gegenteil, er könne eine Inflationsrate über 2% und weiter steigende Preise nicht ausschließen: Auf eine Trendwende müssen alle noch warten. Optimistisch sieht Weber dagegen das weltweite Wachstum. Eine echte Entspannung erkenne er noch nicht, doch die Finanzmärkte seien stabiler geworden und die Weltwirtschaft auf Erholungskurs. Zur wirtschaftlichen Gesundung der Eurozone meint er, den Ländern gehe es unterschiedlich. Deutschland habe immerhin das Vorkrisenniveau bereits erreicht.
Gewarnt hat der Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet seinerseits vor zu hohen Lohnsteigerungen in der Eurozone, die er wegen des aktuellen Inflationsdrucks für unangebracht hält. Hierzu betont Trichet abermals, dass die Eurozone dem von außen kommenden Inflationsdruck - der auf von Angebot und Nachfrage diktierten steigenden Rohstoffpreisen basiert - nichts entgegen setzen kann. Den „internen“ Inflationsdruck kann sie sehr wohl bekämpfen: Mit Zurückhaltung bei den Lohnsteigerungen. Daher appelliert Trichet an Europas Gewerkschaften und Arbeitgeber, keine Lohnerhöhungen aufgrund der Inflation zu vereinbaren. Und zwar, um die Zeitrundeneffekte (Preissteigerungen, die auf Lohnsteigerungen basieren und eine endlose, auf Inflation zurückzuführende, Kostenspirale verursachen) zu vermeiden.

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