Die Inflation greift erbarmungslos um sich. Das spüren die Verbraucher mehr als deutlich. Denn sie erleben es Tag für Tag, wie Energiekosten, Preise für Lebensmittel und Konsumgüter des täglichen Bedarfs unaufhörlich steigen. Das entgeht auch den Institutionen nicht, die dafür zuständig sind - die Preisveränderungsraten zu überwachen und die entsprechend ermittelten Zahlen bzw. Indizes zu veröffentlichen - wie das Statistische Bundesamt (StBA) und das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat). Die Europäische Zentralbank (EZB) selbst verwendet den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) als Gradmesser für die Geldwertstabilität des Euro in der Europäischen Währungsunion.
Dadurch ist sie ebenfalls informiert, dass die gegenwärtige Inflationsrate den von ihr definierten kritischen Schwellenwert von 2% merklich überschritten hat. Seit Wochen spekulieren die Finanzmärkte, wann die EZB darauf reagiert, ihr Versprechen, für eine Teuerungsrate unter diesem kritischen Wert zu halten, erfüllt und den Leitzins erhöht.
Mehr als die Zusage, dass er die Lage beobachte und rechtzeitig handeln werde, war bei den EZB Ratsitzungen im Januar vom EZB-Chef Trichet nicht zu vernehmen.
Doch langsam werden die kritischen Warnungen immer schärfer und die mahnenden Stimmen vielen europäischen Notenbankchefs immer lauter. Denn der rekordtiefe Leitzins betrifft nicht nur Verbraucherpreise und Lebenshaltungskosten. Viel mehr tangiert er sowohl die weltweite Wirtschaft als auch das globale Finanzsystem, deren Gleichgewicht durch den extrem niedrigen Leitzinssatz ins Schwanken gerät: Wie Nout Wellink - der Chef der niederländischen Zentralbank - dem Wall Street Journal (WSJ) gesagt habe.
Mahnend und nachvollziehbar waren auch die Worte des EZB Direktoriumsmitglieds Lorenzo Bini Smaghi am vergangenen Freitag in einem Interview für die Nachrichtenagentur Bloomberg. Und zwar: Die konsequente Reaktion der EZB auf die einerseits sich weltweit rasch erholenden Wirtschaft und andererseits den immer stärker werdenden globalen Inflationsdruck sei, den Leitzins dementsprechend anzupassen, also endlich anheben. Ferner warnte Bini Smaghi vor Zweitrundeneffekten in Europa.
Es ist demnächst wieder soweit. Bereits Anfang März entscheidet der EZB-Rat, wie es mit dem Leitzins weiter gehen soll. Bislang hatte Trichet die Lage immer wieder eher verharmlost. Nun steigen die Spannung und die Hoffnung der Experten, dass die herbeiwünschte Leitzinserhöhung doch kommt, um die Billiggeld-Politik der EZB endlich zu beenden. Werden sich die Spekulationen der Finanzmärkte bestätigen?

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
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