Seit Tagen schaut die ganze Welt mit Schrecken und Anteilnahme nach Japan. Das Land erlebte das bislang gewaltigste Beben seiner Geschichte, das mit einer Stärke von 9,0 gewiss alle Rekorde der Zerstörung brechen wird: Vor allem durch die drohende nukleare Katastrophe. Der anschließende Tsunami überrollte den Nordosten Japans, begrub erbatmungslos Städte und Landschaften unter sich und ließ auf seinem Weg ebenfalls eine Spur der grausamsten Verwüstung. Die vom Jahrhundertbeben verursachten ökonomischen Schäden können schwer beziffert werden, zumal das Ausmaß der Katastrophe noch nicht eingeschätzt werden kann. Klar ist nur: Die Kosten für den Wiederaufbau werden unvergleichbar höher als bei den jüngsten vergleichbaren Ereignissen - wie die Erdbeben in China, Chile und Neuseeland - sein. Denn fast völlig zerstörte Städte und die schwer beschädigte Infrastruktur müssen neu aufgebaut werden.
Absehbar ist, dass die Folgen für Japans Wirtschaft verheerend sind. Die zu den weltweit größten gehörenden Unternehmen, wie die Autobauer Toyota, Honda und Nissan haben ihre Produktionsbänder gestoppt. Japans Leitindex Nikkei stürzte ab, Panik brach an den Weltbörsen aus, sie reagierten mit Kursverlusten, die Furcht vor einer neuen Wirtschaftskrise war wieder da.
Doch Japans Zentralbank wirkte mit entscheidenden Maßnahmen diesen Schreckensszenarien entgegen. Um die Märkte zu beruhigen und zu stabilisieren, sagte sie zu, die Rekordsumme von 15 Billionen Yen in den japanischen Geldmarkt zu pumpen. Um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, bekommen Japans Banken billiges Geld, der Leitzins liegt weiter zwischen null und 0,1 Prozent.
Zugleich beschloss Japans Zentralbank, ihre Wertpapierankäufe auf 40 Billionen Yen aufzustocken und stoppte damit den Anstieg des Yen. Durch ihre Schritte signalisierte sie, dass sie mit einer Erholung und einem moderaten Wachstum der Wirtschaft rechnet, auch wenn zuerst eine unvermeidliche Stagnation zu verkraften sein wird. Zumal der anstehende Wiederaufbau auch seine positive Seiten - wie steigende Nachfrage - haben werde.
Für Optimismus versuchte auch Japans Premier Naoto Kann zu sorgen, indem er an die Bevölkerung appellierte, Geduld zu haben und nicht zu pessimistisch zu sein. Für den Wiederaufbau seien zudem keine Steuererhöhungen zu befürchten. Experten zufolge ist eine neue weltweite Wirtschaftskrise nicht zu erwarten, Japan drohe zwar eine Rezession, doch es werde sich wieder erholen.

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