Zwar ist Eingreifen im Devisenmarkt von der Weltwirtschaft nicht gern gesehen. Insbesondere, wenn es zwecks Manipulation einer Währung erfolgt. Das tun Regierungen und Notenbanken meist, um die eigene Währung abzuwerten und die eigene Exportwirtschaft zu stärken. Das Ergebnis sind Nachteile für die Exporte der Mitbewerber. Doch Ausnahmesituationen rechtfertigen Ausnahmehandlungen. So war das kürzlich von den Finanzminister und den Notenbankchefs der G7 gemeinsam mit dem von den schweren Naturkatastrophen erschütterten Japan beschlossene Eingreifen am Devisenmarkt kein Vergehen, sondern eine echt solidarische Maßnahme.
Das Ziel war, den Yen vor einer zu starken Aufwertung zu schützen. Während vor einem halben Jahr die Weltwirtschaft aufschrie, als Japan Yen im Wert von zwanzig Milliarden US-Dollar verkaufte, um den Kurs des Yens zu senken, durfte Japan dieses Mal den Devisenmarkt mit Einverständnis der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) lenken. Viel mehr: Die Europäischen Zentralbank sowie die Notenbanken von den USA, von Kanada und von Großbritannien haben sogar die Bereitschaft betont, sich an „einer konzertierten Intervention“ auf den Devisenmärkten aktiv zu beteiligen, wie aus einer in Washington veröffentlichten Erklärung zu erfahren war.
Die G7 wollen als Partnerländer unter die Arme der stark angeschlagenen Wirtschaft des in Not geratenen Inselstaates greifen. Die Abwertung des Yen haben sie freiwillig in Kauf genommen, damit japanische Exportprodukte sich verbilligen, im internationalen Handel weiter mithalten können und Japans Exportwirtschaft sich dadurch auch stabilisieren kann. Am ersten Handelstag nach der Katastrophe war Japans Leitindex Nikkei zwar unter 10000 Punkte gefallen. Doch die Bereitschaft der G7, gemeinsam die Aufwertung des Yen zu stoppen, sorgte für Optimismus und schuf Vertrauen. Die Börsianer atmeten auf, der Nikkei erholte sich leicht.
Um den Yen zusätzlich zu stabilisieren, handelte auch Japans Zentralbank entschieden und pumpte Milliarden in den japanischen Geldmarkt. Wie erwartet, stieg dadurch der Kurs des US-Dollars. Doch es ging hauptsächlich darum, Japan in der Notlage aufrichtige Solidarität zu zeigen und wirksame Hilfe zu gewähren. Mittlerweile ist zu hören, dass die Weltbank mit einer baldigen Erholung und sogar mit einem Wachstum der japanischen Wirtschaft rechnet. Auch wenn die Beseitigung der von den Naturkatastrophen verursachten gewaltigen Schäden umgerechnet rund 235 Milliarden Dollar kosten und bis zu fünf Jahren dauern würde.

Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren....
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