Bei der G20 Konferenz im chinesischen Nanjing hat Frankreichs Präsident Sarkozy ein Thema, das nicht offiziell auf der Agenda stand, in den Fokus der Diskussionen gebracht: Die Anpassung des Weltwährungssystems am aktuellen Stand der Weltwirtschaft, die immer stärker durch die aufsteigenden Schwellenländer geprägt wird. Als amtierender G20 Vorsitzender hat Sarkozy - von Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde unterstützt - für eine G20 Währungsreform und für weitere Stärkung von Chinas Rolle plädiert. Dass dieses Thema während der französischen Präsidentschaft ausgerechnet in China debattiert wird, will als ein eindeutiger Wink Frankreichs verstanden werden. Zumal Sarkozy Chinas Rolle als anstrebende Wirtschaftsmacht bei den Diskussionen akzentuiert hat.
Er vertritt die Meinung, dass neben Chinas wirtschaftliche Bedeutung auch Chinas Währung, der Yuan, es mittlerweile verdient habe, in den internationalen Währungskorb aufgenommen zu werden: Um damit neben den anderen wichtigen Währungen als eine der Reservewährungen des internationalen Währungsfonds IWF zu dienen. Dem US-Finanzminister Geithner zufolge sei der Yuan dagegen noch lange nicht so weit, weil er ja noch nicht richtig frei konvertibel ist.
Zugleich hat Sarkozy die Vertreter der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer aufgerufen, dafür zu sorgen, dass das globale Währungssystem umgebaut und für zukünftige Krisen gestärkt wird. Das langfristig zu lösende Problem sei: Die starke Volatilität der Wechselkurse und die großen Unterschiede - insbesondere in Punkto Kapitalströme - zwischen den alten Wirtschaftsmächten und den Schwellenländern zu verringern. Anstatt gegeneinander zu kämpfen und Währungskriege zu führen, sollen beide Seiten aufeinander zugehen und miteinander das Weltwährungssystem umgestalten. Die alten Wirtschaftsmächte haben mehr Respekt China gegenüber zu zollen, China seinerseits - sich flexibler bei den Wechselkursen zu zeigen und für Aufwertung des Yuan zu sorgen.
Ein gemeinsames Ziel ist die Erschaffung von - nach Vorbild von Europas Euro-Rettungsfonds - Hilfsfonds für Asien. Ferner soll dem IWF ein Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht werden, damit er bei Liquiditätskrisen effektiver helfen kann. Beim G20 Seminar zum globalen Währungssystem forderte Frankreichs Wirtschaftsministerin Lagarde zudem, die neuen Spielregeln sowie einen verbindlichen Zeitplan dafür abzustimmen.
Die Frage „sind die gegenwärtigen Liquiditätsregeln angemessen, flexibel und reversibel genug“ wurde mit „es sollen neue gestaltet werden“ beantwortet. Auf konkrete Beschlüsse und resches Handeln müssen wir noch warten.

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