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Rohstoffe: Mit kleinen Haken, doch hoch profitabel

Die jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise sorgten weltweit für Achterbahnfahrten an den Weltbörsen, für Verwirrungen an den Kapitalmärkten sowie für enorme Nervosität unter den Anlegern. Diese schwierigen Zeiten, insbesondere die Furcht der Menschen vor Inflation, hatten eine nachvollziehbare Folge: Sie brachten das Thema Rohstoffe in den Fokus der verunsicherten Anleger. Die Tore des attraktiven Rohstoffmarktes, der jahrelang allein professionellen Investoren zugänglich war, stehen inzwischen Privatinvestoren bzw. Kleinanlegern offen.

Im Sog des massiven wirtschaftlichen Einbruchs und der Flaute des Welthandels während des Winterhalbjahres 2008-2009 erfuhr der Rohstoffhandel einen dramatischen Einbruch und die Rohstoffe einen Preisverfall. Doch nach dem rezessionsbedingten Einbruch im letzten Jahr erholt sich die weltweite Konjunktur, die Nachfrage nach Rohstoffen steigt, die Preise ziehen an. Energierohstoffe (Öl, Gas), Industrierohstoffe (Erze, Kupfer, Zinn), Edelmetalle (Gold, Silber) und Agrarrohstoffe (Weizen, Mais) stehen auf den Kauflisten der Anleger.

Attraktiv sind Rohstoff Investments, da die Ressourcen schwinden, während die Nachfrage zunimmt. Zumal die Industriemächte von morgen, die heutigen Schwellenländer (China, Brasilien, Indien), einen unstillbaren Hunger nach Rohstoffen haben. Somit erwarten die Investierten steigende Preise und gute Renditen. Während professionelle Investoren Rohstoffe direkt an den Terminbörsen handeln, stehen Privatanlegern entsprechend konstruierte Wertpapiere als Investitionsinstrumente, die sie an der Börse handeln können, zur Wahl, z. b. Rohstoffzertifikate.

Doch Rohstoffe bergen auch ihre Risiken und Tücken: Da sie größtenteils in politisch unstabilen Ländern gewonnen werden, kann es gegebenenfalls zu Unregelmäßigkeiten bei der Förderung bis hin zum absoluten Förderstopp kommen. Bei Agrarrohstoffen sind wiederum von durch Klimakatastrophen oder Wetterturbulenzen verursachte Ernteausfälle möglich. Wählen sollte der Privatinvestor die Investitionsinstrumente also nach seinem individuellen Anlagetyp: Rohstoffe, Anlagedauer, Anlageziele, Risikoklasse.

„Klassisch“ sind: Index- (auf einen Rohstoff-Index), Basket- (auf einen Rohstoff-Korb)-, Open-End- (endlos laufend) und Quanto-Zertifikate (gegen Währungsrisiko abgesichert). Vorsicht ist bei Anlageinstrumenten, die von Spekulanten manipuliert werden und starke Preisschwankungen (Volatilität) aufweisen, geboten. Interessierte Rohstoffanleger sollten sich mit den Fachbegriffen Contango & Backwardation auseinandersetzen, zwei Marktlagen am Rohstoffmarkt bei einem Rohstoff: Lieferschwierigkeiten (Backwardation) oder Überversorgung (Contango).

Ein Backwardation verrät, dass fallende, ein Contango dagegen steigende Tagespreise für den jeweiligen Rohstoff erwartet werden, wobei ein Backwardation für Anleger vorteilhafter als ein Contango ist. Experten zufolge sind fossile Energierohstoffe seit Jahren in Backwardation.

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