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Spekulanten stürzen sich auf Rohstoffe

Seit Monaten boomt der Rohstoff-Handel, Rohstoff-Preise explodieren, Umsätze im Termingeschäft klettern, die Anzahl der Spekulanten steigt enorm, gut informierte Finanzinvestoren, allen voran Hedge-Fonds, erwarten weitere Rekorde. Ernsthaft alarmiert zeigt sich daher die 1974 gegründete unabhängige Terminbörsenaufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die die Aufgabe hat, Warentermin- und Optionsgeschäfte in den USA zu regeln. Um reinen Spekulationen rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben, beabsichtigt sie, die bestehenden Regeln zu verschärfen, die sie in Kürze, voraussichtlich am Donnerstag, präsentieren wird.

Überzeugende Zahlen liefert hierzu der von Bloomberg zusammengesetzte, 20 Rohstoffe umfassende Index, der die Entwicklung der Termingeschäfte auf diese abbildet: Wie es am Montag zu erfahren war, ist die Anzahl der Kontrakte, die auf den weiteren Rohstoff-Preisanstieg setzen, viel höher als die Anzahl der Kontrakte, die auf den Rohstoff-Preisverfall setzen, womit sie einen neuen Rekordstand (seit Februar 2006) erreicht hat. Beziffert wird die Differenz mit 1,54 Millionen Dollar, wobei der Index sich auf den Daten der CFTC bezieht. Dabei betrachtet die CFTC Spekulanten, die ausschließlich mit Rohstoff-Derivaten (Futures, Optionen) handeln und Marktteilnehmer, die real mit physischen Rohstoffen handeln, separat.

Genau gesehen, sind die Gründe für den Preisanstieg der verschiedenen Rohstoffe sehr unterschiedlich: Während der Preisanstieg der Industrierohstoffe auf die steigende Nachfrage wegen der weltweit anziehenden wirtschaftlichen Konjunktur zurückzuführen ist, basiert der Preisanstieg der Agrarrohstoffe (vor allem Weizen) auf den Ernteausfällen in den größten Anbaustaaten (vor allem Russland). Dagegen liegt der Preisanstieg der Edelmetalle (vor allem Gold) an der steigenden Nachfrage unter Anlegern, die die Gefahren der aktuellen Finanzlage (wie Europas Schuldenkrise bzw. die Inflation in den USA) fürchten.

Beachtlich ist auch das derzeit weltweit in Rohstoffen investierte Kapital: Barclays Capital zufolge belief es sich im Oktober 2010 auf stattlichen 340 Mrd. Dollar. Laut Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs werden die Rohstoffpreise im kommenden Jahr weiter steigen, vor allem für die Industrierohstoffe Rohöl und Kupfer, die Agrarrohstoffe Baumwolle und Sojabohnen sowie für Platin. Und zwar, wegen des erwarteten Aufschwungs der US-Wirtschaft. Als Reaktion darauf werden neue Indexfonds, die in physischen Industriemetallen investieren, aufgelegt.

Zu hoffen ist, dass die CFTC neue Positionslimits empfehlen wird: Um das Volumen der Terminkontrakte, mit denen ein einzelner Marktteilnehmer handeln kann, einzuschränken und die wilden Spekulationen abzubremsen.

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