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Chinas seltene Erden

Die "Seltenen Erden" sind seit Monaten im Fokus der Weltwirtschaft. Korrekter gesagt, geht es um für viele moderne Schlüsseltechnologien unentbehrliche Metalle. Seit Jahren wächst das Problem der westlichen Unternehmen, die sie verwenden, doch seit wenigen Wochen wird es immer explosiver und droht, eine schwere Krise zu werden. Der Kern der Sache: Derzeit ist China Hauptförderland und Weltmarktführer. In Zahlen: 2006 hat es fünfmal mehr seltene Erden als 1992 gefördert, 2007 hat es 95% und 2010 sogar 97% der weltweiten Förderung erreicht.

Bereits 1999 plante China, den eigenen Ressourcenvorteil in wirtschaftliche Überlegenheit zu verwandeln.

Der Status Quo: China hat dank seiner Monopolstellung die Exportmenge die letzten drei Jahre stetig gedrosselt und den Westen in die Sachgasse gebracht. Der springende Punkt des jetzigen Dilemmas: Für das erste Halbjahr 2011 will China die Exportmenge erneut senken und zwar um satte 35% gegenüber 2010 (laut den am 29. Dezember 2010 vom Chinas Handelsministerium bekannt gegebenen Exportbeschränkungen). Zum Beginn 2011 plant es auch den Ausfuhrzoll erneut anheben (wie vom chinesischen Finanzministerium am 14. Dezember 2010 angekündigt).

Ein Blick zurück belegt: Chinas Monopol wurde doch durch den Westen gemacht, so dass er sich quasi selbst ausgetrickst und seine aktuelle Versorgungsnotlage fast selbst verursacht hat. Vor 20 Jahren waren die USA weltweit das Hauptförderland für Seltene Erden. Da sie in China viel billiger als in den USA waren, hat der damalige Weltmarktführer deren Förderung China überlassen, den eigenen Abbau fast gänzlich eingestellt, 2002 auch die Fördertechnik an China verkauft.

Unter die Lupe betrachtet, sind die Seltenen Erden nicht wirklich selten. Eher ist deren Verarbeitung zu kostenintensiv und daher unrentabel.

Der Westen ist erwacht, will der Enge entkommen und rudert zurück. Die USA wollen ab 2012 wieder fördern, auch Australien erwägt es, trotz Erschließungskosten bis zu 500 Millionen Dollar. Bekannt ist, dass Europa auch ein großes Vorkommen an Seltenen Erden hat. Und zwar in Deutschland, nahe der kleinen sächsischen Stadt Delitzsch. Das in den 70er Jahren entdeckte Vorkommen ist bei dem heutigen Preisniveau der seltenen Erden ein wahrer Schatz, mit einem Marktwert von ca. 1,5 Milliarden Dollar. Noch liegt er aber ca. 900 Metern tief in der Erde.

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