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Libyen & das Öl: Droht eine größere Ölkrise?

Seit Tagen schaut die Welt voller Angst auf die Unruhen in Libyen zu: Menschen kämpfen um Demokratie, Tausende riskieren ihr Leben, unzählige haben es bereits verloren. Für den Westen steht Libyen für Öl, Öl steht für zahlreiche Industriezweige, die unser gesamtes Leben betreffen. Die anhaltenden Kämpfe in Libyen gefährden die Ölproduktion und lassen den Ölpreis explodierenden. Die Folgen daraus sind rasant ansteigende Preise für Kraft- und Energiestoffe. Der deutsche Verbraucher muss für Benzin, Diesel und Heizöl tiefer in die Tasche greifen. An den Tankstellen sind Preise wie Diesel für über 1,40€ und Superbenzin für über 1,70€ keine Ausnahme. Kein Wunder: Am Donnerstag erreichte der Ölpreis fast 120 UDS je Barrel. Für den enormen Ölpreisanstieg gibt es noch mehr Gründe: Wie die berechtigte Furcht, dass der Funke der Unruhen weitere Öllieferanten des Nahen Ostens erreichen kann.

Am Donnerstag hat EU-Finanzkommissar Olli Rehn seine große Angst ausgesprochen: Dass eine neue Ölkrise für weiter steigende Energiepreise sorgen, den ohnehin sehr hohen Inflationsdruck verstärken und dramatische Wirkungen auf die gerade anziehende Weltwirtschaft haben könne.

Was droht uns ohne Libyens Öl?

Bevorzugt wird es, da es als besonders hochwertig gilt. Mit knapp 6 Milliarden Tonnen gehören Libyens Erdölreserven zu den größten in Afrika, Libyen gehört zu den weltweit größten Erdölproduzenten. Viele Länder Europas importieren große Mengen libysches Öl, für Deutschland ist Libyen der fünftwichtigste Rohöllieferant. Nun ist Libyens Ölproduktion fast stillgelegt, zumal die meisten internationalen Ölkonzerne den Hahn ihrer Quellen zugedreht, die Ölförderung eingestellt und ihre Mitarbeiter aus Libyen ausgeflogen haben.

Über die aktuelle Lage streiten die Spezialisten. Viele Beobachter halten die Angst vor einer neuen Ölkrise für übertrieben, weil nicht einmal ein Totalausfall Libyens als Öllieferant katastrophale Lieferengpässe auslösen dürfe. Zumal Saudi-Arabien, eigenen Aussagen zuflöge, über sehr große Reservekapazitäten verfüge. Experten der Deutschen Bank meinen, dass der Ölpreis nicht dauerhaft über 100 Dollar je Barrel bleiben wird. Eine reale Gefahr vor einer Ölkrise drohe nur, wenn Saudi-Arabien als Öllieferant ausfallen würde.

Andere Experten schließen einen Ölpreis von 150 Dollar je Barrel nicht aus, falls Unruhen Saudi-Arabien erschüttern, sogar 220 Dollar.

Jüngsten Meldungen (Reuters, Deutschland) zufolge, will Saudi-Arabien die Ölexporte steigern. Ist die Gefahr gebannt?

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